Die japanische Schrift – Hiragana und Katakana

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Wenn es um die japanische Schrift geht, glauben mir viele Menschen nicht, dass es gar nicht so schwierig ist, diese zu lernen. Zugegeben: die Aussprache ist ziemlich einfach, die Grammatik sehr regelmäßig und logisch aufgebaut - einzig und allein die japanische Schrift wird als sehr kompliziert wahrgenommen. Nun ja, ich keine keine andere Sprache, die sich mit einer Mischung aus drei verschiedenen Schriften schreibt: Kanji (漢字chinesische Zeichen), Hiragana (ひらがな) und Katakana (カタカナ).

Als die Japaner im 6. Jahrhundert schreiben lernten, verwendeten sie nur die chinesischen Zeichen, die sie mit der Einführung des Buddhismus und der Schriften aus Korea kennengelernt hatten. Die 17 Artikel-Verfassung des Kronprinzen Shôtoku aus dem Jahr 604 n.Chr. war in reinstem Chinesisch verfasst. Erst im 8. Jahrhundert erfand der Mönch Kûkai, nachdem er auf seiner Reise nach Indien die Deva Nagari Schrift gesehen hatte, die beiden Silbenzeichen Hiragana (ひらがな) und Katakana (カタカナ). Die Katakana wurden zunächst von den Mönchen eingesetzt um die buddhistische Schriften leichter lesbar zu machen mit Anmerkungen zu Aussprache oder zur Reihenfolge, in der die chinesischen Zeichen zu lesen waren um daraus einen japanischen Satz zu machen. Die Hiragana galten zunächst als weibliche Schrift und wurden (auch von Männern) für private Aufzeichnungen wie Tagebücher verwendet.

In der Meiji-Zeit (1873- 1912) wurde vor allem in den offiziellen Schriften die grammatikalischen Informationen wie Partikel und Verbendungen in Katakana geschrieben. Heute werden hier Hiragana verwendet. Katakana sind heute den Fremdwörtern vorbehalten, oder kommen zum Einsatz, wenn man in der deutschen Typographie etwas durch Kursivschrift hervorheben würde.

Übrigens gibt es auf einer japanischen Tastatur natürlich auch die Hiragana und eine Taste zum Umschalten auf Katakana. Man schreibt also erst einen Satz oder einen Satzteil und bei der Eingabe eines Punktes oder Betätigen der Leertaste wandelt der Computer das Geschriebene in Kanji und Hiragana um. Dabei kommen zunächst die statistisch gesehen häufigsten Kanji-Kombinationen zum Einsatz. Der Schreibende muss selbst kontrollieren, ob die richtigen Zeichen gewählt wurden und gegebenenfalls durch wiederholtes Drücken der Leertaste über die Kanji-Liste die korrekten Zeichen wählen.

Auf anschauliche Weise wurde in diesem Blogpost auf englisch mit vielen Bildern wissenswertes zu den Hiragana zusammengetragen.

Wer selbst auf kurzweilige Weise Hiragana und Katakana lesen und schreiben üben möchte findet übrigens eine Vielzahl von Apps für Smartphone oder Tablet. Das macht als Anfänger Spaß, aber auch wer einfach nur seine Handschrift verbessern möchte hat damit die Chance das zu tun. Einfach bei google-play zum Beispiel "Hiragana lerne" eingeben und man bekommt eine lange Liste der unterschiedlichsten Apps.

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